Wirtschaftliche Entwicklung

 
Über 70% der Malier müssen von weniger als 1€ pro Tag leben. Diese extreme Armut – unbekannt und unvorstellbar für jedes westliche Land – bedeutet, dass das reine Überleben zum täglichen Kampf wird.


 
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Um kurzfristige Grund- und Sicherheitsbedürfnisse befriedigen zu können, müssen oft nachhaltige Aktivitäten wie Aus- und Weiterbildung und Investitionen in die Zukunft vernachlässigt werden. Umso wichtiger ist es daher, den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen und der nächsten Generation eine faire Chance zu geben. 



Abhängigkeit von Entwicklungsgeldern

Offizielle Entwicklungshilfegelder von Länderregierungen und UN-Organisationen zählen zu den größten Einnahmequellen von Mali und stellen schätzungsweise 50% des Bruttoinlandprodukts dar. Viele multilaterale und bilaterale Spender geben den Ministern große Summen, in der Hoffnung, dass das Geld gerecht aufgeteilt und bis in die kleinste Gemeinde verteilt wird. Leider ist die nur selten der Fall!

 

Phantomhilfe, die niemals ankommt

Bei vielen Spenden werden wirtschaftspolitische Interessen des Geberlandes oder westliche Ideologien auferlegt und somit die Abhängigkeit von Spendengeldern untermauert, da die Gemeinden selbst das Geld nicht frei für ihre Bedürfnisse verwenden können. Ein Großteil der Spenden kommt ohnehin niemals bei Maliern an, da sie – „Phantomhilfe“ genannt – unmittelbar an Berater oder Firmen des Geberlandes fliesst.  



Hilfe zur Selbsthilfe

Nachhaltige Entwicklung ist nur dann möglich, wenn die ortsansässige Wirtschaft weiterentwickelt wird, indem Arbeitsplätze geschaffen und somit die Einkommenssituation verbessert wird. Deshalb versuchen die Sterntaler in Zusammenarbeit mit der Mali-Initiative Einkommensgenerierung zu unterstützen. Jedes einzelne Programm zielt darauf ab, Malier vor Ort durch intelligente Lösungen bei ihren eigenen Aktivitäten zu bekräftigen und zu unterstützen. Hilfe zur Selbsthilfe.  



Bereits durchgeführte Aktivitäten vor Ort:  


Kleinkredite für die Frauen in Kalabancoro
„Association Lumiere“ ist unser Kleinkredite-Modell, welches im Jahr 2006 ins Leben gerufen wurde. Mehr als 50 Frauen aus der Kalabancoro-Kulaba-Gegend wurde Zugang zu Kleinkrediten ermöglicht. Dies gab ihnen die Möglichkeit, Geschäftsideen zu verwirklichen. Mit Hilfe dieser finanziellen Grundlage konnten die Frauen zum Beispiel Schuhe verkaufen, Zwiebeln auf dem Markt anbieten und Kuchen backen und verkaufen. Mit den selbst erwirtschafteten Erlösen sind Eltern in der Lage, die Schulbildung ihrer Kinder zu finanzieren und ihnen so eine Chance auf eine bessere Zukunft zu bieten.  

Computerraum als Internet-Café
Unsere gemeinnützige Schule von Youchaou Traoré in Kalabancoro  ermöglicht Bildung auf hohem Niveau und vergibt Stipendien für die Ärmsten der Armen. Um diese Stipendien zu finanzieren, haben wir damit angefangen, den Computerraum nachmittags in ein Internet-Café zu verwandeln. 20 Computer mit High-speed Internet Verbindungen ermöglichen den Studenten und der Gemeinde schnellen Zugriff auf das World Wide Web und die Kommunikation mit dem Rest der Welt.  

Junge Entrepreneurs unterstützen Besucherreisen
Jedes Jahr organisiert die Mali-Initiative Besuche für internationale Unterstützer nach Mali. Während dieser Reise hat man die Möglichkeit, in die malische Welt einzutauchen, einige Nächte in ländlichen Dörfern zu verbringen und das Dogon Land sowie das antike Djenne zu besuchen. Neben diesen Aktivitäten arbeiten die Besucher aktiv bei Projekten mit und unterrichten in Schulen vor Ort.  Diese Besucherreisen werden von einer Gruppe junger malischer Entrepreneurs (Unternehmer), die sich für die Veränderung in ihrem Land stark machen, unterstützt. Das Feedback aller bisherigen Besucher war durchwegs positiv – eine bereichernde und lebensverändernde Erfahrung.  

„Learning to Build“ Programm
Der Bau der Klassenzimmer bietet den Gemeinden vor Ort die Möglichkeit, neue Fähigkeiten zu erlernen. Es werden Bausteine hergestellt und direkt für die Errichtung der Infrastruktur verwendet. Die Herstellung dieser Bausteine ist die Voraussetzung für das langfristige Weiterbestehen der Schulen in ländlichen Gegenden. Durch die Fähigkeit Lehmziegel herzustellen, können Erweiterungsbauten entstehen und Reparaturen vorgenommen werden.

Krankenzentrum CSCOM
Die Unterstützung der Errichtung eines kleinen lokalen Krankenzentrums CSCOM in Kalabancoro, welches genau auf die Bedürfnisse der Gemeinde in Kalabancoro zugeschnitten ist, ist ein großer Erfolg.  Dieses Krankenzentrums finanziert sich zu 100% selbst und stellte einen Arzt, eine Hebamme und zwei Schwestern ein. Somit konnten die bestehenden Notstände im Gesundheitswesen und in der Patientenbehandlung bewältigt als auch Gesundheitserziehung und -beratung durchgeführt werden.
 
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